Damit ein Olivenöl „extra nativ“ genannt werden darf, muss es 27 Paramter erfüllen.
Zu diesen Parametern gehören:
Das Öl muss durch einen rein mechanischen Prozess hergestellt werden.
Das Öl muss den sensorischen Anforderungen entsprechen und darf keine oder nur minimale Fehlnoten im Geschmack haben.
Hinzu kommen zahlreiche Analytische Werte. Die 4 wichtigsten finden Sie bei jedem Öl beschrieben
Was sagt die Analyse aus?
Säuregehalt des Öles = Prozentualer Anteil freier Fettsäuren im Olivenöl
Freie Fettsäuren sind nicht an Glycerin gebunden. Deshalb gehen sie sehr leicht eine Bindung mit Sauerstoff ein. Bei diesem Vorgang entsteht ein talgiger – seifiger Geschmack, den man als Ranzigkeit bezeichnet. Freie Fettsäuren finden sich auch im menschlichen Blut. Vom Körper werden Sie bei der Verdauung von Ballaststoffen produziert.
Beim Olivenöl kann ein höherer Anteil an freien Fettsäuren ein Hinweis auf einen hohen Reifegrad der gepressten Oliven oder auf einen hohen Anteil an verdorbenen Oliven sein.
Dieser Unterschied lässt sich meist durch eine sensorische Prüfung (Geschmacksprobe) feststellen.
Generell gilt in diesem Zusammenhang mit einem Vorurteil aufzuräumen:
Olivenöl mit geringer Säure sind nicht zwingend mild. Zumeist trifft das Gegenteil zu.
Säure-Höchstwert für extra natives Olivenöl: 0,8 %,
für natives Olivenöl: 1,5 %.
Die Säure des Öles kann bei unsachgemäßer Lagerung oder Verunreinigung steigen.
Peroxidzahl und Spektrometische Werte in UV
Auch diese beiden Werte bestimmen die Oxidatonsfreudigkeit und Oxidation des Olivenöls (Ranzigkeit). Die Spektrometischen Werte in UV sind darüber hinaus ein Indikator für die Reinheit des Olivenöles.
Der Säuregehalt wird erst zusammen mit diesen beiden Werten aussagekräftig, weshalb wir auch diese Werte mit angeben.
Peroxid Höchstwert für extra natives Olivenöl: 20meq O2/kg
Spektrometische Wert in UVK 232: 2,5
K 270: 0,22
∆K: 0,01
Das Erhitzen von Olivenöl
Die Fachwelt streitet und teilt sich bei dieser Frage. Es gibt Literatur, die das Kochen mit Olivenöl befürwortet und wiederum welche die es strikt ablehnen.
In diesem Zusammenhang habe ich mir ein persönliches Kompetenzteam zusammengestellt: Freunde, Olivenbauern und Köche aus Kreta.
Und alle Antworten kann man zu folgender Aussage zusammenfügen:
Die Verwendung von Olivenöl gehört seit jahrtausenden zu Kulturgeschichte dieser Insel. In dieser Zeit wurde das Olivenöl immer zu Kochen verwendet. Die bekannte und oft publizierte kretische Küche wäre um ein vielfaches Ärmer, gäbe es keine Rezepte, bei der Öl zum Anbraten oder zum leichten frittieren erhitzt wird.
Beim frittieren gilt auf Kreta die Faustregel: Das Olivenöl darf maximal 3 x erhitzt werden.
Diese Gespräche haben meinen Umgang mit Olivenöl, den ich mir auf Kreta angeeignet habe, bestätigt.
Letztendlich wichtig ist, dass Sie Freude beim Zubereiten von Speisen und ein gutes Gefühl beim Genießen haben – erhitzt oder nicht!